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Zahl der Schwarzfahrer in Berlin auf dem Höchststand

Zahl der Schwarzfahrer in Berlin auf dem HöchststandDie Betreiber der Berliner S-Bahnen machen derzeit eine bemerkenswerte Erfahrung: Immer häufiger werden Bahnfahrer beim Schwarzfahren erwischt, und immer häufiger machen sie Schulden bei den Bahnen, weil sie die Strafe nicht bezahlen wollen. Allein im vergangenen Jahr hat die S-Bahn in Berlin 333.000 ausstehende Strafzahlungen zum Eintreiben an ein Inkassobüro übergeben. Die Zahlen sind weiterhin steigend. Sie lassen darauf schließen, dass viele Berliner ihre finanzielle Situation nicht mehr im Griff haben.

Stetiger Anstieg seit 2010

Schon seit dem Jahr 2010 nimmt die Zahl der Schwarzfahrer, die ihre Strafzahlungen nicht begleichen, immer weiter zu. Während es im Jahr 2010 nämlich noch 238.000 Fälle zu vermelden gab, die an ein Inkassobüro übergeben werden mussten, waren es 2014 schon 333.000 ausstehende Forderungen. Davon werden nur etwa 41 Prozent eingetrieben, im Jahr 2010 waren es sogar nur 39 Prozent. Die Bahn teilte zwar nicht mit, wie viel man mit den „erhöhten Beförderungsentgelten“ verdient, weil es sich hier um interne Firmendaten handelt. Trotzdem wird klar, dass die Zahl der Schwarzfahrer im Großraum Berlin offenbar Jahr für Jahr zunimmt, und dass es weiterhin eine hohe Zahl an Forderungen gibt, die man durch ein Inkassounternehmen eintreiben will.

Über sieben Millionen Außenstände bei der BVG

Die BVG ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, sie gibt etwas mehr Auskunft über das unrechtmäße Fahrverhalten der Berliner als die Betreiber der privaten S-Bahnen. Die Berliner Verkehrsgesellschaft hatte im Jahr 2014 Außenstände in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Sie übergab 308.000 Fälle zum Inkasso, im Jahr 2010 waren es noch 313.000 Fälle. In nur 50 Prozent war die Angelegenheit erfolgreich, im Jahr 2010 betrug die Quote 47 Prozent. Doch was bedeuten diese Zahlen, wenn man das Zahlungsverhalten der Berliner beurteilen will?

Zahlungsmoral auf dem Tiefstand

Offensichtlich ist die Zahlungsmoral der Berliner Bürger auf dem Tiefstand. Über die Jahre betrachtet sind es bei allen Verkehrsbetrieben immer rund 50 Prozent der Forderungen, die an ein Inkassounternehmen übergeben werden und die erfolgreich eingetrieben werden. Den Rest müssen die Berliner Verkehrsbetriebe abschreiben, unabhängig davon, ob sie staatlich oder privat geführt werden. Natürlich sind solche Ausfälle für jedes Unternehmen wirtschaftlich schwer zu verkraften. Wenn ein Betrieb permanent Außenstände hat und Zahlungsausfälle hinnehmen muss, kann das irgendwann sogar zur Zahlungsunfähigkeit führen. Doch die Zahlen lassen offenbar weitere Schlüsse zu.

Berliner geraten zunehmend in Existenzschwierigkeiten

Geht man davon aus, dass die meisten Zahlungssäumigen ihre Rechnungen nicht aus Böswilligkeit offen lassen, sondern schlicht in finanziellen Schwierigkeiten sind, wird klar, dass sich an der wirtschaftlichen Situation vieler Berliner offenbar nicht viel geändert hat. Es ist erschreckend zu sehen, dass sie häufig wohl nicht mehr in der Lage sind, ihre ausstehenden Schulden zu zahlen. Der Weg in den finanziellen und sozialen Abstieg könnte damit vorprogrammiert sein.